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22. September 2018

Schwerpunkt Information oder doch lieber Werbegeschenke?

Eine Premiere für Petra Becker (Oberbürgermeisterin)

Quelle: Lena Dietrich

Habt ihr schon einen Plan, was ihr nach der Schule machen wollt? Für alle, die diese Frage mit „Nein“ beantworteten oder einfach nur Lust hatten, sich ein bisschen über Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren, fand auch in diesem Jahr die Ausbildungsplattform in Blankenloch statt. Am Samstag (22.9.) konnten Schüler und Eltern an 90 Ständen im großen Festzelt neben dem neuen Stutensee-Bad persönlich mit potenziellen Arbeitgebern aus der Region sprechen.

Nach ihrer kurzen Ansprache eröffnete Oberbürgermeisterin Petra Becker die Ausbildungsplattform mit einer persönlichen Premiere – dem symbolischen Durchschneiden des Bandes am Eingang.

Julia Bechthold

Die Motivation zum Besuch war bei den Schülern völlig unterschiedlich: Während einige ihre Priorität auf das Einsammeln von Werbegeschenken legten, suchten andere das Gespräch mit Ausstellern. Clara und Juliana, beide in der achten Klasse, informierten sich zum Beispiel am Stand der Bundeswehr über den Werdegang im medizinischen Bereich. Allerdings können die Beiden sich auch eine Ausbildung bei der Polizei gut vorstellen. „Wir machen uns viele Gedanken über die Zeit nach der Schule“, sagten beide Mädchen. Von der Schule fühlen sie sich in der Berufsfindung gut unterstützt.

Martina Tomaides, Daniel Paulus

Für die meisten Aussteller stehen bei der Auswahl der Auszubildenden nicht nur die Noten, sondern auch das Gesamtbild im Vordergrund. Julia Bechtold von der Deutschen Bahn zum Beispiel erwähnte auf Nachfrage, dass die Kopfnoten kein Ausschlusskriterium sind: „Der persönliche Hintergrund wird auch berücksichtigt.“ Der zunehmende Fachkräftemangel war bei fast allen Ausstellern ein großes Thema. Der Spöcker Daniel Paulus von der Evangelischen Landeskirche in Baden meinte: „Es ist eine Superzeit, diesen Berufsweg einzuschlagen.“ Denn auch die Kirche klagt über fehlenden Nachwuchs im Berufsfeld Pfarrer und Diakon. Begeistert berichteten er und Pfarrerin Martina Tomaides von der Vielseitigkeit ihrer Aufgaben und der großen Freiheit, die ihre Berufe auszeichnen.

Leider war das Handwerk auf der Ausstellungsplattform nicht gut vertreten, obwohl gerade hier der Mangel an Fachkräften besonders präsent ist. Auf der Außenfläche wurde der Beruf des

Jannik Brautschek (rechts, Azubi), dahinter Ausbilder

Dachdeckers vorgestellt. Hier erzählte uns der Auszubildende Jannik Brautschek aus Blankenloch, dass er seine Berufswahl auf keinen Fall bereut. „Schön ist, dass man am Ende des Tages sieht, was man geschaffen hat“, sagte er und verglich die Gemeinschaft in seinem Beruf mit der eines Sportteams.

Ein Beruf mit Herz; Ruben Thome (rechts) Timo Seidenspinner

Ebenfalls sehr begeistert erzählten Ruben Thome und Timo Seidenspinner von ihrer Ausbildung beim Forst Baden-Württemberg. Ruben hat seine Ausbildung gerade begonnen: „Besonders überzeugt mich die Arbeit mit Holz und an der frischen Luft.“ Timo ist im dritten Lehrjahr und erinnert sich gut an seinen eigentlichen Berufswunsch: „Ich wollte zuerst zur Polizei.“ Ein Praktikum beim Forst führte

Heinz Maier, Michaela Ernst, OB Petra Becker (v.l.)

zu seiner jetzigen Berufswahl. Beide sind sich sich einig: „Viele Praktika im Vorfeld sind wichtig und hilfreich.“

Zum ersten Mal war auch der Verein Flüchtlingshilfe Stutensee vor Ort, der junge Flüchtlinge während der Schulzeit und bei der Findung einer Ausbildung unterstützt. Der Vorsitzende Heinz Maier betreut zur Zeit etwa 40 Menschen. Damit hat er schon zwölf Flüchtlingen den Einstieg in eine Ausbildung ermöglicht. Wer sich für einen Beruf im sozialen Bereich entscheiden oder sich sonst sozial engagieren möchte, kann sich hier einbringen. „Denn wir suchen auch junge Menschen, die mit Erstklässlern spielen und lernen“, erklärte Maier.

Unser persönlicher Eindruck

Insgesamt konnten sich die Besucher über viele Berufe informieren und erste Eindrücke sammeln. Prinzipiell sind wir jedoch der Meinung, dass das Publikum (viele sehr junge Schüler) nicht der Zielgruppe entspricht, die die Aussteller erreichen möchte. Eventuell trägt das ein oder andere Werbegeschenk jedoch dazu bei, bei den Schülern in Erinnerung zu bleiben. Ohne Zweifel setzt die Ausbildungsplattform positive Impulse, denn es werden viele Berufsfelder vorgestellt, die der ein oder andere vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Bestimmt konnten auch Hemmschwellen beim persönlichen Gespräch verringert und ein kleiner Baustein für die Zukunft gelegt werden.

Text: Antonia Wechselberger und Lena Dietrich
Fotos: Lena Dietrich

Bildquellen

  • Ausbildungsplattform Stutensee 2018: Lena Dietrich
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